Matchvorschau: Eis vs. KTV Visp
Musketiere sollen Gras fressen
Handball, 1. Liga: Handball Wohlen – KTV Visp (Samstag, 17.45 Uhr, Hofmatten)
Entscheidende Tage für Handball Wohlen. In den nächsten zwei Heimspielen müssen Punkte her – oder der Abstieg ist kaum mehr zu vermeiden. «Es ist unsere letzte Chance», sagt Präsident Martin Laubacher.
Morgen Visp. In einer Woche Kriens. Die «Ballermatte» – wie die Wohler ihre Heimhalle nennen – wird Schauplatz des Abstiegskrimis in der 1. Liga. Wobei es nur ein Krimi wird, wenn Wohlen auch Punkte holt. Verliert man diese beiden Spiele, ist die Relegation so gut wie sicher. Sieben Jahre nach dem Aufstieg müssten die Wohler zurück in die 2. Liga. Präsident Martin Laubacher sagt: «Es sind Spiele der Wahrheit. Oder Spiele der letzten Chance.» Einfach gesagt: Es geht um alles. «Punkte müssen her. Ich erwarte eine Top-Einstellung. Ich will Musketiere sehen, die Gras fressen», so Präsident Martin Laubacher weiter.
Die Wohler haben sich durch diese Saison geseucht. Immer wieder Ausfälle, immer wieder Absenzen, immer wieder Niederlagen. Lethargie machte sich breit.
«So gut aufgestellt wie noch nie»
Am 6. Februar keimt Hoffnung auf. Wohlen kämpft Kriens mit 25:22 nieder. Dieser Sieg war eine riesige Erlösung. Der letzte Vollerfolg lag damals 16 Monate zurück (20:19-Sieg im Derby gegen Muri im Oktober 2020). Diese zwei Punkte – ausgerechnet im Startspiel der Abstiegsrunde – brachten den Glauben an den Ligaerhalt zurück. Doch es war nur ein kleiner Lichtblick. Im Anschluss gab es drei Pleiten in Serie. Einzig auswärts gegen Bern II zeigt man eine starke Leistung. Allerdings nur 46 Minuten lang. Die Freiämter führten zu jenem Zeitpunkt 20:18 – und vergeigten am Ende nach einer Fehlerflut mögliche Punkte. Wohlen verlor 24:31.
Vor den entscheidenden Spielen in der Hofmattenhalle am Samstag gegen Visp und eine Woche später gegen Kriens (beide um 17.45 Uhr) ist die Stimmung trotzdem eher positiv. Captain Manuel Frey sagt: «Wir sind wohl so gut aufgestellt wie noch nie in dieser Saison.» Alle Spieler sind an Bord. Mit Ausnahme von Jan Oppliger, der aufgrund eines Einsatzes mit der zweiten Mannschaft von Suhr/Aarau in der 2. Liga (!) fehlen wird. Trainer Generoso Chechele meint: «Die besten Spieler sind alle dabei. Die Voraussetzungen sind gut. Gegen Visp müssen Punkte her, wenn wir in dieser Liga bleiben wollen.»
Unbekannter Gegner
Was da aus dem Wallis angereist kommt, weiss niemand so genau. Visp ist eine Wundertüte. Gegen Kriens (23:29) und Thun II (26:27) gab es zwei Niederlagen. Zuletzt fügten die Walliser aber Tabellenführer Olten die erste Pleite der Abstiegsrunde zu und siegten mit 30:26. Dem Captain sind diese Resultate egal. «Wir müssen ans Limit gehen. Kampf bis zum Letzten. Kein Gejammer. Es ist Abstiegskampf», sagt Frey. Mit einer tiefen Fehlerquote und der richtigen Einstellung «ist in dieser Abstiegsrunde gegen jeden Gegner ein Sieg möglich».
Träumer wird realistischer
Trainer Generoso Chechele wurde in Vergangenheit oftmals als «Träumer» bezeichnet, weil er die Saisonziele ziemlich hoch ansetzte. Ein gnadenloser Optimist. Heute sagt er: «Mittlerweile backe ich kleinere Brötchen.» Der Träumer wurde realistischer. Auch Chechele weiss, dass nun alles passen muss für den Klassenerhalt. «Gegen Visp und Kriens müssen wir was holen. Denn es braucht wohl mindestens acht Punkte, um den Ligaerhalt zu schaffen.» Aktuell haben die Wohler zwei Zähler auf dem Konto. «Es sind Heimspiele der Wahrheit. Die Rettung muss gelingen. Es ist noch alles drin», so Chechele. Der Druck auf die Wohler steigt und steigt. Und irgendwann braucht es Punkte oder man segelt im Gleitflug Richtung 2. Liga.
Zu einer möglichen Relegation sagt Präsident Laubacher: «Es wäre schade, aber kein Weltuntergang.» Aktuell haben es die Wohler Handballer noch in ihren eigenen Händen. Die «Ballermatte» soll ihnen Glück bringen. Die nächsten zwei Spiele werden entscheiden. «Und wir werden alles geben», meint Captain Frey. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Doch sie bröckelt immer mehr weg.
Quelle: Stefan Sprenger, Wohler Anzeiger