Matchbericht: SG Zofingen/ Dagmersellen – SG Wohlen Mutschellen
Alles schiefgelaufen
Handball, 2. Liga: Wohlen Mutschellen verliert
Eine Viertelstunde vor dem Ende noch mit fünf Toren geführt, am Ende mit leeren Händen dagestanden. Die SG Wohlen Mutschellen erlebte in Dagmersellen eine herbe Enttäuschung und musste sich knapp mit 26:25 (12:14) geschlagen geben.
«Wenn du zwölf Minuten lang keinen eigenen Treffer zusammenbringst und in der Schlussphase fünf hundertprozentige Chancen vergibst, dann kannst du ein Spiel doch noch verlieren, das du eigentlich hättest gewinnen müssen», meinte SG-Trainer Alex Milosevic lapidar. «Bei uns ist heute alles schiefgelaufen, was schieflaufen konnte. Das begann schon mit der langen Verletztenliste, zog sich weiter über den verletzungsbedingten Ausfall von Duje Vukadin und den angeschlagenen Damian Biffiger und Patrick Zubonja, die ich eigentlich hätte schonen wollen, und ging weiter bis zur mentalen Müdigkeit in der Schlussphase.»
Unerklärlicher Bruch
Eine Viertelstunde vor dem Ende führten die Freiämter scheinbar sicher mit fünf Toren Vorsprung (18:23). Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte sich die Mannschaft ab Mitte der ersten Halbzeit ein erstes kleines Polster erarbeitet, dieses kurzfristig wieder aus der Hand gegeben und vor der Pause einen Zwei-Tore-Vorsprung herausgespielt. Noch lief nicht alles wie geschmiert, man hatte aber das Spiel mehr oder weniger unter Kontrolle.
Auch nach dem Seitenwechsel schien wenig bis nichts auf eine Niederlage hinzudeuten. Die Freiämter bauten ihren Vorsprung bis zur Halbzeitmitte kontinuierlich aus und steuerten auf die nächsten zwei Punkte zu. «Wir hatten bis zu jenem Zeitpunkt das Geschehen unter Kontrolle. Was danach passierte, muss ich zuerst noch analysieren», gab Milosevic nach der Partie zu Protokoll.
«Selber an der Nase nehmen»
Die Hausherren, die bereits im Hinspiel der SG Wohlen Mutschellen in der ersten Halbzeit das Leben schwermachten, spielten sich in einen kleineren Rausch und nutzten die vergebenen Chancen der Gäste. Tor um Tor wurde der Rückstand verkleinert. Knappe vier Minuten vor dem Ende übernahmen die Wiggertaler erstmals nach der 16. Minute wieder die Führung (25:24) und brachten den Sieg ins Trockene. Dabei hätte Ivan Milicevic in den letzten Sekunden den Ausgleich noch in der Hand gehabt, scheiterte kurz vor der Sirene jedoch an Goalie Schöpfer im Tor der Gastgeber.
«Wir müssen uns nach der 26:25-Niederlage selber an die Nase nehmen. Wir haben uns in einer zu schlechten Verfassung gezeigt, da erwarte ich in den kommenden zwei Heimspielen gegen Willisau und Seetal eine Reaktion der Mannschaft», gab Milosevic den Fahrplan für die letzten beiden Partien des Jahres vor.
SG Mutschellen-Wohlen mit Sieg im Vier-Punkte-Spiel
Während die SG Wohlen Mutschellen in der Fremde beide Punkte dem Gegner überlassen musste, sicherte sich die SG Mutschellen-Wohlen (in einer anderen Gruppe der 2. Liga) beim tabellarischen Nachbarschaftsduell mit der SG Sarnen/Stans mit einem 35:28-Heimsieg (vor lediglich 40 Zuschauern) beide Zähler. Damit verbringt das Team von Trainer Oliver Waeckerlin die Festtagspause relativ fern von den Abstiegsplätzen. --ch