Matchbericht: SG Wohlen Mutschellen vs. SG HV Olten
Drei Sekunden fehlten
Handball, 2. Liga: Wohlen Mutschellen – Olten II 30:31 (12:17)
Die SG Wohlen Mutschellen hat das Ziel Aufstiegsspiele kurz vor dem Ende der Meisterschaft leichtfertig aus den Händen gegeben. Nach einer desolaten ersten Halbzeit verlieren die Freiämter knapp mit 30:31 gegen Olten und müssen auf Schützenhilfe hoffen.
«Für uns ist die Saison vorbei», bilanzierte Trainer Alex Milosevic zwei Tage nach der ärgerlichen und selbst verschuldeten Niederlage gegen Olten II. Gross war Milosevics Ärger nach der 30:31-Niederlage, die in sprichwörtlich letzter Sekunde Tatsache wurde. Seine Mannschaft hatte sich nach einem zwischenzeitlichen 9-Tore-Rückstand auf 30:30 herangekämpft, musste aber drei Sekunden vor Ablauf der Spielzeit noch eine Penalty-Entscheidung gegen sich hinnehmen. Oltens Routinier Tano Baumann traf zum Endstand und versetzte die Freiämter in Schockstarre. Es war nicht nur die Niederlage an sich, sondern auch die Tatsache, dass der angestrebte Platz in der Aufstiegsrunde nur noch theoretischen Bestand hat.
Aufholjagd kommt zu spät
Im dritten Duell mit Olten II innert drei Wochen waren die Dreitannenstädter von Beginn an das heissere Team. Die Solothurner wollten sowohl für die Meisterschaftsniederlage Anfang März wie auch für den verlorenen Cup-Final vor Wochenfrist Revanche nehmen. Und dies gelang Olten bestens. Nach einer ausgeglichenen Startphase übernahmen die Gäste das Zepter und legten bis zur 22. Minute ein deutliches 9-Tore-Polster zwischen sich und die Hausherren. Zur Pause steht es 12:17.
In der zweiten Halbzeit konnten die Freiämter ihren Rückstand kontinuierlich verkürzen, knappe zehn Minuten vor dem Ende erzielte Daniel Schmid den 26:27-Anschlusstreffer und weckte bei den 225 Fans in der Widener Burkertsmatt die Hoffnung, die Mannschaft könne das Spiel noch drehen. Vorerst blieb es bei der Hoffnung, die knappe 20 Sekunden vor der Sirene mit dem 30:30 durch Ivan Milicevic zusätzlich noch gefüttert wurde.
Lyss wird die Freiämter ziemlich sicher abfangen
Doch kurze Zeit wurden diese Hoffnungen jäh begraben, den angestrebten Punkt zu ergattern. Daniel Schmid foult einen Oltner, verhindert eine klare Torchance. Die Folge: Rot und Penalty. Olten trifft. 30:31. «Wir dürfen keine Ausreden suchen, haben es selbst in den eigenen Händen gehabt. Jetzt müssen wir die richtigen Schlüsse und die entsprechenden Lehren daraus ziehen.»
Dadurch haben es die Freiämter – die auf den 3. Rang abrutschen – nicht mehr in den eigenen Händen. Zwar verzichtet Olten II – 2. Rang – auf die Aufstiegsspiele. Aber Lyss – aktuell auf dem 4. Rang – kann am nächsten Samstag mit einem Sieg mit mehr als einem Tor Unterschied gegen Schlusslicht Willisau an der SG Wohlen Mutschellen vorbeiziehen und sich so für die Aufstiegsspiele qualifizieren. Für Wohlen Mutschellen, die kein Spiel mehr zu bestreiten haben, bedeutet dies mit grosser Wahrscheinlichkeit das Saisonende. Aus dem Aufstieg in die 1. Liga – und das in der ersten Saison nach der Zusammenarbeit – wird wohl nichts. Andreas Stierli, Präsident von Handball Wohlen, sagt: «Das ist kein Beinbruch. Wir haben dem Team zwei Jahre Zeit gegeben für diesen Aufstieg. Viele Spieler sind noch sehr jung, da ist es wohl nicht schlecht, wenn wir noch eine Saison in der 2. Liga entwickeln können. Dass wir noch ein Jahr Entwicklung brauchen, hat diese Saison klar gezeigt. Wir bezwingen Topteams manchmal souverän und dann verschenken wir Punkte gegen Abstiegskandidaten.» Pitsch Müller, Präsident des HC Mutschellen, sieht das auch so: «Der Aufstieg war nicht das angestrebte Ziel. Es wäre schön gewesen, aber jetzt versuchen wir es eben nächste Saison mit voller Kraft.»
Vukadin hört auf
Dann fehlt den Freiämtern ihr Rückraumshooter Duje Vukadin. Der 32-Jährige, der mit Unterbrüchen seit 2016 auf dem Mutschellen spielt, wird bald zum dritten Mal Vater und beendet deshalb seine Karriere. Für ihn wäre ein Sieg im letzten Spiel gegen Olten II ein toller Abschluss gewesen. So auch für das ganze Team der SG Wohlen Mutschellen. --ch/red