Matchbericht: HC Kriens vs. Eis

Wohler Sahne-Tag

Handball, 1. Liga, Abstiegsrunde: Kriens – Wohlen 22:25 (14:15)

Auf den Punkt bereit. Im ersten Spiel der Abstiegsrunde gewinnen die Wohler erstmals seit Oktober 2020 wieder eine Partie. Nach diesem Auftritt ist die Hoffnung auf den Ligaerhalt wieder gross. Ein wichtiges Lebenszeichen zum richtigen Augenblick.

Die Stimmung in der tristen Meiersmatt-Halle in Kriens ist bieder. Nur wenige Zuschauer verirren sich zum ersten Abstiegsrunden-Spiel. Anstecken lassen sich die beiden Mannschaften von den grauen Vorzeichen aber nicht. Im Gegenteil. Von der ersten Minute an ergibt sich ein offener Schlagabtausch. Und die Wohler zeigen nach 14 Niederlagen in dieser Serie endlich ihr Sahne-Gesicht. Clever und mit viel Laufbereitschaft in der Abwehr sorgen die Freiämter beim Heimteam aus Kriens für viel Mühe. Obwohl die Truppe aus Wohlen mit schmalem Kader anreist, macht sie ihre Sache gut und teilt ihre Kräfte ein. «Wir haben uns während der gesamten Partie an unseren Plan gehalten. Die Mannschaft hat genau das umgesetzt, was wir wollten. Jeder Spieler hat seinen Job super gemacht», lobt Wohlen-Trainer Generoso Chechele seine Mannschaft.

Aufgeheizte Stimmung

Nach dem guten Start der Freiämter finden auch die Luzerner besser in die Begegnung. Bis zum Seitenwechsel liefern sich die beiden Mannschaften eine spannende und ausgeglichene Partie mit viel Leidenschaft. Die Stimmung wird kurz vor dem Pausenpfiff immer aufgeheizter. Die beiden Unparteiischen haben viel zu tun. Man spürt: Für beide Teams geht es um viel. Nach einer Entscheidung der Schiedsrichter kochen die Emotionen auf beiden Seiten hoch. Co-Trainer Andreas Stierli legt sich nach einem Wortgefecht mit der gegnerischen Bank an. Die Situation ist laut – aber schnell geklärt. Man spürt: Der Abstiegskampf um den Platz in der 1. Liga ist lanciert.

Im gleichen Takt geht es nach dem Seitenwechsel weiter. Wohlen spielt ruhig und überlegt seine Angriffsauslösungen und kommt so immer wieder zu Toren über alle Positionen. Richtig stark zeigt sich dazu weiter die Abwehr der Freiämter, die solidarisch funktioniert.

Wohlen setzt sich nach der Pause ab

Die solide Leistung der Wohler zeigt Wirkung. Tor um Tor setzen sich die Freiämter ab und liegen nach 45 Minuten mit 22:16 in Führung. «Wir hatten das Spiel immer in der Hand und blieben bis zum Ende konzentriert», so Trainer Chechele. Noch immer ist die Stimmung geladen. Jede Entscheidung der beiden Schiedsrichter wird von allen Seiten lauthals kommentiert. Die Partie wird zwischenzeitlich unterbrochen, da Diskussionen aus den Reihen der Zuschauer derart eskalieren, dass diese beruhigt werden müssen. Die Begegnung hat einiges zu bieten und bleibt trotz der Führung der Wohler bis zum Ende unterhaltsam. Und es ist klar: Dieses Spiel hätte eine grössere Kulisse als nur 40 Zuschauer verdient.

Beim Schlusspfiff gibt es für die Wohler kein Halten mehr. Der erste Sieg seit dem Derby-Erfolg gegen Muri im Oktober 2020 sorgt für Wohler Jubelstürme.

Heimspiel am Sonntag

«Der Sport lebt vom Moment. Diesen Moment dürfen wir kurz geniessen. Aber dann schauen wir nach vorne», sagt Trainer Generoso Chechele. Am Sonntag, 13. Februar, bestreiten die Wohler ihr erstes Heimspiel dieser Abstiegsrunde. Um 16 Uhr wird Wacker Thun II zu Gast in der Hofmattenhalle sein. --fre