Matchbericht: Eis vs. SG HV Olten

Charakter gezeigt, Spiel verloren

Handball, 1. Liga, Abstiegsrunde, Gruppe 4: Wohlen – Olten 28:31 (13:16)

Vor heimischem Publikum zeigen die schwer abstiegsgefährdeten Wohler gegen den Leader Olten eine beherzte Leistung. Bis zum Schlusspfiff fordern die Freiämter dem Favoriten alles ab. Am Ende reicht es für die Überraschung dennoch nicht. Der Abstieg ist noch immer nicht definitiv.

«Was wir heute gezeigt haben, ist Charakter», sagt Wohlens Co-Trainer Urs Müller nach der Partie gegen Olten. Mit dem Abstieg im Rücken und als klarer Aussenseiter liefern sich die Freiämter gegen die spielerisch starken Oltener von der ersten Sekunde an eine Begegnung auf Augenhöhe. Für Olten, das den Ligaerhalt längst in der Tasche hat, ging es um nicht mehr viel. Das Ausbildungsteam des NLA-Vertreters HSC Suhr/ Aarau konnte befreit aufspielen und Dinge ausprobieren. Geschenke verteilen die Solothurner in Wohlen dennoch nicht. Die junge Truppe aus Olten zeigt sich wie immer hoch motiviert.

Von der ersten Spielminute an sorgen die beiden Teams für eine spannende Partie. Bis zur 15. Spielminute zeigt sich das Geschehen ausgeglichen. Keine Mannschaft kann sich entscheidend absetzen. Die Wohler beweisen erstaunlich viel Kampfgeist. Mit Leidenschaft halten die Freiämter mit dem Favoriten mit.

«Zu viele Fehler geleistet»

Dass sich kurz vor dem Seitenwechsel der Gast aus Olten ein erstes Mal absetzen kann, liegt dann an den Wohlern selbst. «Wir haben uns zu viele Fehler geleistet. Das ist schade, denn es wäre sicher mehr dringelegen», sagt Wohlens Trainer Generoso Chechele. Einstellung, Kampf und Leidenschaft stimmen. Die Wohler machen ihre Sache gut. Im Angriff sorgen sie mit viel Überzeugung für Tore. Dazu halten sie in der Verteidigung gegen die gefährlichen Oltener lange dagegen.

Die Wohler scheitern einmal mehr an sich selber. Bälle werden leichtfertig verloren und satte 22 technische Fehler sind einfach zu viel. So bleibt jede noch so gute Leistung am Ende ohne Lohn. So war es oft in dieser Saison. So ist es auch gegen Olten. Nachdem Olten sich vor der Pause mit drei Treffern absetzen konnte, versuchen die Wohler alles für eine Wende. Vergebens. Immer wieder ziehen die Gäste mit bis zu fünf Toren davon. Wohlen kämpft sich zwar wieder auf zwei Treffer zurück. Für mehr reicht es nicht. Am Ende gibt es eine ehrenvolle 28:31-Niederlage. Die Wohler zeigen gegen den Leader Charakter und Moral. Aber es reicht trotzdem nicht zu etwas Zählbarem. «Wir haben unserem Publikum eine gute Vorstellung geboten. Das war uns wichtig. Damit dürfen wir auch zufrieden sein», sagt Trainer Chechele.

Die letzte Chance am Samstag im Heimspiel gegen Bern II

Weil auch Bern II seine Partie am vergangenen Wochenende verliert, bleibt die rechnerische Hoffnung auf den Ligaerhalt für die Wohler bestehen. Am nächsten Samstag (17.45 Uhr) kommt es zum Direktduell gegen die Berner. Gewinnt Wohlen, würde es am letzten Spieltag der Abstiegsrunde zu einem Fernduell kommen um den Barrageplatz. Wohlen spielt dann auswärts in Visp, Bern II zu Hause gegen Wacker Thun II. Zeigen die Freiämter den gleichen Einsatz wie gegen den Tabellenleader Olten, könnten die letzten Partien der Bünztaler noch viel Spannung bringen. Trotz einer Pleitenserie und erst einem Sieg in dieser Abstiegsrunde ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt nach wie vor am Leben. --fre