Matchbericht: Eis vs. BSV Bern
Tatsächlich ein Sieg
Handball, 1.Liga, Abstiegsrunde, Gruppe 4: Handball Wohlen – BSV Bern II 29:28 (13:12)
Der 29:28-Erfolg ist erst der zweite Saisonsieg der Wohler. Doch es ist ein wichtiger. Denn diese zwei Punkte bringen die Hoffnungen zurück in die Hofmattenhalle. Der fast sicher geglaubte Abstieg könnte doch noch abgewendet werden. Es kommt am letzten Spieltag zur Entscheidung.
Wohler Anzeiger, Stefan Sprenger
58.Minute. Wohlen führt mit drei Toren (29:26). Trainer Generoso Chechele nimmt ein Time-out. Der Fahrplan für sein Team ist klar: Möglichst lange spielen und bloss nicht überhastet den Ball verlieren oder aufs Tor werfen. Doch die Wohler verlieren wie so oft in dieser Saison den Kopf und begehen haarsträubende Fehler. Ein Ballverlust hier, ein voreiliger Abschluss da. Bern verkürzt auf 29:28. Es gibt nochmals Drama pur in dieser Schlussphase. Doch auch Bern II hat mit Eigenfehlern zu kämpfen und nimmt die Einladung zum Punktgewinn nicht an.
Erster Heimsieg seit September 2020
Mit Glück retten die Wohler den Sieg über die Zeit. 29:28. Es ist erst der zweite Saisonsieg. Und es ist der erste Heimsieg seit dem 24. September 2020 (damals bezwang man Muotathal).
Wohlen besiegt den direkten Konkurrenten um den Barrageplatz. Wohlen darf kurz jubeln. Und muss sich gleich auf die nächste Aufgabe fokussieren. In einer Woche geht es ins Wallis. Am Sonntag (16 Uhr) treten die Freiämter gegen Visp an. Gleichzeitig spielt Bern II das Derby gegen Wacker Thun II / Steffisburg. Die Berner haben einen Punkt mehr auf dem Konto als Wohlen. Die Ausgangslage, um es noch in die Barragespiele zu schaffen: Wohlen muss gewinnen. Bern II muss verlieren.
«Visp ist ein starkes Team. Aber wir sind alle top motiviert», sagt Wohlens Co-Trainer Urs Müller. Auch für ihn ist es ein spezieller Fakt, dass man mit nur zwei Saisonsiegen am letzten Spieltag weiterhin die Chance hat, in der 1.Liga zu verbleiben. Doch das spielt alles keine Rolle. «Wir müssen in Visp alles reinhauen, was wir haben», so Müller.
Hofmann überzeugt in seinem Abschiedsspiel
Schon gegen Bern II hauen die Wohler alles raus, was sie noch zur Verfügung haben. Der frühere Topskorer Adrian Studerus gibt nochmals einen Gastauftritt. Und der 36-Jährige erweist sich besonders in der Offensive als belebendes Element. Er schiesst vier Tore. Ebenfalls einen starken Tag haben Stefan Burgherr (6 Tore), Loris Faiss (7), Manuel Frey (6) und Flavio Galliker (4). Der Schlüssel zum Erfolg gegen Bern war einerseits der deutliche Siegeswille und andererseits Torhüter Remo Hofmann.
Gibt Rudi sein Comeback?
Mit einer Quote von 36 Prozent verhilft er dem Team massgeblich zum Erfolg. Hofmann wird nach dem Spiel von seinen Teamkumpels in die Luft geworfen und bejubelt. Für ihn war es übrigens sein Abschiedsspiel. Er wird nächste Saison nicht mehr dabei sein – und auch in Visp fehlen. Diese Absenz brachte die Wohler auf eine unkonventionelle und doch naheliegende Idee: Der frühere Goalie Sascha Rudi wird wohl gegen Visp nochmals in die Hosen steigen. Trainer Generoso Chechele sagt: «Er wird mit uns diese Woche trainieren. Ob er beim letzten Spiel dabei ist, werden wir im Verlauf der Woche entscheiden». Rudi könnte – sofern er an sein früheres Niveau rankommt – ebenfalls den Unterschied ausmachen. «Dass wir nach wie vor die Chance haben, in der 1. Liga zu bleiben, ist natürlich toll. Aber es gibt noch viel zu tun und es ist ein langer Weg», so Müller. Trainer Chechele sagt: «Wir haben es nicht selber in der Hand. Aber wir sind hungrig nach Siegen. Und so gehen wir auch nach Visp. Wir wollen gewinnen. Und dann wird abgerechnet. Wir haben jetzt nochmals unerwartet die Chance auf den Barrageplatz gekriegt. Wir werden alles versuchen.»